Einsatz und Nutzen von Ferntrainern in der Hundeerziehung
Ein Ferntrainer ist grundlegend als Hilfsmittel für das Training von Hunden gedacht. Dabei steht eine Funktion absolut im Vordergrund: Der Schutz des Menschen, anderer Tiere und nicht zuletzt des Hundes selbst vor gefährlichen Situationen. Sicherlich möchte jeder Hundehalter in erster Linie seinem Hund Aufmerksamkeit und auch Liebe schenken. Der Halter sollte aber auch bedenken, dass darüber die Erziehung auf keinen Fall vergessen werden darf.
Braucht man dazu aber wirklich einen Ferntrainer? Diese Frage werden sich jetzt sicherlich viele Hundehalter stellen. Die Frage kann natürlich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantwortet werden. Denn eine Entscheidung für oder gegen den Ferntrainer hängt von vielen Faktoren ab:
- Hunderasse
- Ziel der Erziehung
- Charakter des Hundes
- Wesen des Hundes
- Vorgeschichte (besonders bei Problem- oder Rettungshunden aus dem Ausland)
Ferntrainer sind nicht für Jedermann
Ein Ferntrainer sollte in der Hundeausbildung nicht von einem unerfahrenen Hundehalter genutzt werden, da viele Fehler bei der Nutzung gemacht werden können. Ein Tele-Impulsgerät ist keine Fernbedienung, die den Hund einfach steuert, sondern lediglich ein Hilfsmittel, welches die Erziehung des Hundes auf Distanz unterstützt. Auch ist der Auslösezeitpunkt entscheidend. Kommt der Impuls des Hundehalters zu spät, kann der Hund es nicht mehr zuordnen. Eine Verknüpfung mit dem getanen Fehlverhalten ist dann nicht mehr möglich.
Risiken der Geräte
Der Einsatz von Ferntrainern bringt erhebliche Risiken mit sich, über die sich jeder Halter im Klaren sein muss. Durch falsches Timing, eine zu hohe Intensität oder ein Missverständnis seitens des Hundes kann es zu gravierenden Fehlverknüpfungen kommen. Der Hund verknüpft den unangenehmen Reiz dann oft nicht mit seinem eigenen Verhalten, sondern mit seiner Umgebung, anderen Hunden oder sogar seinem Besitzer. Dies kann zu starkem Stress, massiven Angstzuständen, unvorhersehbarer Aggression und einem kompletten Vertrauensverlust zwischen Mensch und Tier führen.
Die gesetzliche Lage
Bitte achten Sie vor der Anschaffung und Nutzung zwingend auf die gesetzliche Lage in Ihrem Land! In vielen europäischen Ländern – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – ist der Einsatz von Ferntrainern, die dem Tier durch elektrische Impulse Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen können (sogenannte Elektrohalsbänder oder Tele-Impulsgeräte), laut Tierschutzgesetz strengstens verboten. Zuwiderhandlungen stellen in der Regel eine Ordnungswidrigkeit oder sogar eine Straftat dar und können mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden.